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Revisionen und Reparaturen

Die am häufigsten ausgeführte Revision ist die mechanische Kleinrevision, bei welcher die Generalüberholung der Mechanik im Vordergrund steht. Diese wird ausgeführt, wenn das Instrument sonst in einem guten Zustand ist.

Durch jahrelanges Spielen bilden sich in den Hammerköpfen tiefe Rillen, da Pressfilz auf gehärteten Stahl trifft (Saite). Im Rahmen einer Kleinrevision werden die Hammerscheitel geschliffen, sämtliche Federn gestärkt und Schrauben angezogen, exponierte Stellen kontrolliert, sowie Achsen geölt. Anschliessend wird die Mechanik im Instrument komplett neu einreguliert und das Instrument intoniert und gestimmt.

Natürlich sind Revisionen erweiterbar. Wurden die nun eingespielten Hammerköpfe bereits ein oder mehrere Male abgezogen, müssen diese ersetzt werden, da nun zu wenig Filz auf dem Kern ist, um diesen nochmals abziehen zu können. Dämpfungen, deren Filzpüschel zu hart geworden sind, um noch dämpfen zu können, werden ebenfalls ersetzt. Auch Tastengarnierungen, welche in den Tastenführungs-Löchern eingeleimt sind, werden ersetzt, sobald diese ausgespielt sind.

Auch bei Restaurationen sind die Möglichkeiten immens.

Beginnen wir beim Resonanzboden und den Stegen. Weist der Boden Risse auf, wird dieser künstlich ausgetrocknet, die Risse mit eingeleimten, feinjährigen Fichtenspänen geflickt, um diesem die erforderliche Wölbung wieder zu geben.

Bodenrisse-s

Anschliessend wird der Boden abgelaugt, geschliffen und neu lackiert. Stege, welche Risse aufweisen, werden abgefräst und mit einem neuen Doppel aus Hartholz versehen. Die Stiftenlöcher werden neu gebohrt und die Stahlstifte eingeschlagen. Weist der Stimmstock, in welchem die Stimmwirbel eingetrieben sind, Risse auf, wird auch dieser ganz oder teilweise ersetzt.

Einpassen-s

Anschliessend wird das Instrument neu besaitet, etliche Male gezwickt und dann wieder zusammengebaut.

Neubesaitung-s

Dann beginnt der Einbau der Tasten. Diese werden bei Totalrestaurationen neu garniert und nach Bedarf und falls vorhanden, das Elfenbein gebleicht, geschliffen und poliert. Die Mechanik wird komplett überholt. Die Hammerköpfe und Dämpfer werden ersetzt, allenfalls Achsen ausgewechselt und Konterfänger neu beledert- je nach Zustand.

Daepfung-s

HK_ersetzen-s

Beim Mechanik-Einbau wird alles neu einreguliert, das Instrument gestimmt und intoniert und bei Bedarf das Gehäuse aufgefrischt.

Fertigstellung-s

Totalrestaurationen sind sehr aufwändig und können sich je nach Aufwand über Monate hinziehen. Vielfach werden Restaurationen dieser Grössenordnung an alten Instrumenten ausgeführt, welche schon einige Generationen im Besitz einer Familie sind. Der nostalgische Wert und die Beziehung zum Instrument sind dann der Ausschlag, sich dafür zu entscheiden.

Wichtig erscheint mir vor Ausführung einer solchen Restauration meine ausführliche Beratung zuhause bei der Kundschaft. Oftmals sind die Mängel offensichtlich und so auch für Kunden ersichtlich. Ein altes, restauriertes Instrument ist etwas vom Schönsten, was es überhaupt gibt.