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Stimmungen

Der grösste Teil meiner Aussendienst- Arbeit besteht aus dem Stimmen von Klavieren, Flügeln, Cembali und Spinetten. Ein Instrument kann noch so schön restauriert sein- wenn die Stimmung durcheinander ist, ist wohl auch die Stimmung des Kunden ungefähr ähnlich. Viele bezeichnen das Stimmen- und Intonieren- eines Instrumentes als Königsdisziplin unseres Berufes. Tatsächlich ist die ganze Geschichte rund um die Stimmerei eine enorm komplexe Sache. Darauf werde ich später noch zurückkommen.

Grundsätzlich wichtig ist die regelmässige Pflege Ihres Instrumentes. Dies macht einerseits dem Pianisten/ der Pianistin mehr Freude und dem Klavierbauer und –stimmer weniger Sorgen. Der ideale zeitliche Abstand für Stimmungen- falls nichts Ausserordentliches vorfällt- ist der Jahresrythmus. Dies ergibt sich aus folgenden Gründen. In der Heizperiode im Winter sinkt die Luftfeuchtigkeit in den Räumen- im Sommer jedoch steigt sie. Da das feinjährige Fichtenholz des Resonanzbodens dann schwindet, bzw. quillt, lässt dadurch die Seitenspannung nach bzw. lässt diese ansteigen, was sich augenblicklich auf die Stimmung auswirkt. Durch den jährlichen Stimmservice können wir diese Veränderungen gut abfangen, sodass keine Vor- und Nachstimmungen nötig sind.

In meinem Stimmservice sind die Stimmung des Instrumentes, die Reinigung des Innenlebens, kleinere Regulierungsarbeiten und eine Gesamtkontrolle inbegriffen. Anschliessend wird das Instrument aussen gereinigt, die Tasten werden geputzt und die Pedale poliert. Ein Klavier oder Flügel ist ja schliesslich auch ein sehr dekoratives „Möbel“. Zu einem Preis von 200.- inkl. Vorfahrt, exkl. MwSt kann ich Ihnen einen umfassenden Service bieten, den Wert des Instrumentes erhalten und die Freude am Klavier oder Flügel wieder aufleben lassen.

Geschichte und Hintergründe der Stimmung

Der Weg zur heutzutage gebräuchlichen Stimmung ist sehr lang. Aus etlichen altertümlichen Stimmungen ergab sich die heute gebräuchlichste gleichstufig temperierte Stimmung. Da auf einem Klavier oder Flügel in 24 Dur- oder Molltonarten gespielt werden kann, wurde ein Mittelweg gesucht, um keine der Tonarten erheblich zu vernachlässigen. Auch die Tonhöhe des Kammer- A (a’) stieg über die Zeit kontinuierlich. Heute wird das a’ bei 440 Hertz (Schwingungen / Sekunde) angesetzt- sofern vom Kunden nicht anders gewünscht. Auf der Stimmkonferenz in Wien im Jahre 1885 wurde dieses a’ 435 Hertz bei 15 Grad Celsius festgesetzt. Diese Festsetzung war eine dringende Notwendigkeit bei dem Vielerlei der Schwingungszahlen, die man bei den verschiedenen Orchestern für diesen Ton antraf. Trotzdem war die Unordnung nicht beseitigt worden. Der Deutsche Akustische Ausschuss hat deshalb für das a’ 440 Hertz vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde 1939 in London von einem Unterausschuss bewilligt und bis heute beibehalten.

Man definiert nun per Stimmgabel- oder gerät also den Kammerton a’. Von diesem aus wird die Temperatur (12 Töne- 1 Oktave) gestimmt. Die Tonhöhen ergeben sich aus den Schwebungen, die entstehen, wenn man 2 Töne miteinander erklingen lässt. Jeder Ton besteht aus Teiltönen, die auf der Tonleiter der Naturtonreihe basieren. Erklingen 2 Töne miteinander, treffen 2 deren Obertöne aufeinander. Die Differenz dieser 2 Töne erzeugt eine so genannte Schwebung. Da jedes Intervall eine definierte Schwebung aufzuweisen hat, werden diese so gesetzt, dass diese Schwebung erreicht wird. Ist die Temperatur einmal gesetzt, beginnt man mit dem Stimmen Richtung Diskant- und anschliessend Richtung Basslage.

Eine Stimmung dauert in der Regel gut 1,5 Stunden, sofern eine Vorstimmung nicht nötig ist. Falls Vor- oder Nachstimmungen nötig sind, kann sich die Dauer je nach Aufwand jedoch massiv verlängern.
Gerne erkläre ich Ihnen die Kunst des Stimmens während eines Stimmtermins- es wird Sie bestimmt interessieren.